Hundeverbot am Schlachtensee - Herrchen an die Leine!

2015-04-21 01:03 (Kommentare: 1)

Es gibt zwei Sorten von Hundehaltern. Die einen fallen nicht weiter auf. Sie machen kein großes Gewese ums Tier, das leise und gehorsam unterm Tisch sitzt und nur bellt, schnüffelt oder loswetzt, wenn's erlaubt ist. Faszinierend, wie harmonisch Mensch und Hund miteinander sein können, wenn die Machtfrage geklärt ist und der Vierbeiner nicht vermenschlicht wird. Womit wir bei der zweiten und womöglich größeren Gruppe von Hundebesitzern wären, jenen, die das Tier mit einer artungerechten Bedeutung aufladen.

Der Handtaschenhund im Gucci-Leibchen als Spielzeug, der Kampfhund als Waffe, der Edelhund als Einkommensnachweis: Scharen von Hundesittern illustrieren die Berliner Hundekrise jeden Morgen ebenso wie jene Hundehalter, die bevorzugt im Schutze der Dämmerung ihre Tiere entleeren. Die Plastiktüten bleiben für Jahre demonstrativ um die Leine geknotet, falls mal wieder einer dieser ahnungslosen Tierhasser kommt.

Wir leben in einem freien Land, wo jeder Mensch sich als Pony verkleiden, 100 Zigaretten am Tag rauchen oder einen Hund kaufen darf. Aber: Diese Freiheit endet dort, wo die Freiheit anderer beginnt, Menschen ohne Hundehintergrund, die die Tiere weder süß noch nützlich finden, die weder Qualm noch Exhibitionismus mögen. Deswegen ist es völlig okay, wenn das Pony hinter dem Sichtschutz in der Fuggerstraße bleibt, der Raucher in seinem Revier und der Hundehalter eben auch. Das hat nichts mit Verbotsterror zu tun, sondern mit einem Interessenausgleich exakt an jenen Schnittstellen des Miteinanders, wo Grundregeln wie Rücksicht oder einfach nur Höflichkeit nicht für alle selbstverständlich sind.

Wer je erlebte, wie hysterische Hundebesitzer durch den Wald brüllten, ohne das durchdrehende Hundetier zu bändigen, der weiß, dass Hunde eben keine Maschinen sind, die auf Knopfdruck funktionieren. Nein, es ist nicht das Fehlverhalten des Nichthundehalters, wenn das Tier ungebeten nach Waden schnappt, Hosen vollsabbert oder kläfft. In einer Gesellschaft der Überempfindlichen und Paranoiker ist Angst vor Hunden eine der nachvollziehbareren Verhalten.

Wie beim Rauchen gilt: Wenn sich verfeindete Gruppen nicht einigen können, muss eine Regelung her. Niemand muss Rauch, niemand muss Hunde und erst recht niemand muss "Der will doch nur spielen" ertragen.

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Kommentar von Thorsten Hofmann | 2015-05-03

Aha Herr Schumacher, auf der einen Seite also der Normalfall, Überempfindliche und Paranoiker, auf der anderen Seite Hundebesitzer, gleichzusetzen (wenn man zwischen ihren Zeilen liest) ihrer Meinung nach mit Kriminellen - nun gut, man könnte bei solch einem dümmlichen Bericht einfach nur den Kopf schütteln und zur Tagesordnung übergehen, ärgerlich wirds nur, wenn man diesen Blödsinn auch noch als Abonnent der Morgenpost bezahlt ....