Offener Brief an Frau Markl-Vieto - unbedingt lesenswert !

(Kommentare: 6)

Als langjährige Anwohnerin des Bezirks Nikolassee möchte ich der Bezirksverwaltung, insbesondere Frau Umweltstadträtin Christa Markl-Vieto, dafür danken, dass sie es durch völlige Kompromisslosigkeit und einseitige Darstellung der Sachverhalte geschafft hat, jede Chance auf eine friedliche, den Interessen aller genügenden Lösung für die Naherholungsgebiete Schlachtensee und Krumme Lanke zu verspielen. Auch Umweltsenator Andreas Geisel und Staatsekretär Christian Gaebler gebührt Dank dafür, dass sie einen konstruktiven Dialog abgelehnt und den Alleingang des Bezirks gutgeheißen haben. War nicht die Schaffung neuer Auslaufflächen in Berlin eines der Anliegen im hochgelobten „Bello-Dialog“? Nun wurde stattdessen ein ohnehin schon hoffnungslos überlastetes Auslaufgebiet unter dem Beifall des Senators weiter verkleinert.

Sehr geehrter Herr Umweltsenator, sehr geehrte Frau Umweltstadträtin, ich will hoffen, dass es nicht Ihre erklärte Absicht ist, artgerechte Hundehaltung in Berlin unmöglich zu machen. Denn im Moment sind Sie auf dem besten Weg dorthin. Nun, Sie müssen Hunde nicht mögen. Sie können privat auch der Ansicht sein, es wäre besser, niemand würde Hunde halten. Aber eines müssen Sie doch: die freie Gestaltung des Lebens Ihrer Mitmenschen respektieren. Und als gewählte Volksvertreter müssen Sie noch etwas mehr: unter Abwägung aller Interessen die bestmögliche Lösung finden. Kompromisse von vornherein abzulehnen, gehört sicher nicht dazu.

Was halten Sie, verehrter Herr Umweltsenator, und Sie, verehrte Frau Umweltstadträtin, eigentlich von der Leistung, die Hunde für unsere Gesellschaft erbringen? Ich denke hier beispielsweise an Rettungshunde. Das Erdbeben in Nepal zeigt gerade wieder eindrucksvoll, was diese Hunde für uns Menschen tun. Ich denke an die Hunde, die in der Therapie von schwerstbehinderten Kindern eingesetzt werden, an die Hunde, die einsamen alten Menschen Trost schenken, deren Angehörige besseres zu tun haben. Ich denke an Behindertenbegleithunde, die Tag für Tag gehandicapten Menschen helfen, den Alltag zu bewältigen. Ist Ihnen eigentlich bewusst, dass alle diese Hunde PRIVAT GEHALTENE Hunde sind? Dass es nur dem freiwilligen UNENTGELTLICHEN Engagement ihrer Besitzer zu verdanken ist, dass diese Hunde tagtäglich so vielen Menschen helfen, Menschenleben retten?

Und diesen Hunden wollen Sie nun die Erholung versagen, die sie so dringend brauchen? Ihre Besitzer zur Angriffsfläche für all die Unzufriedenen machen, die nur darauf warten, jemanden beschimpfen zu dürfen? Müssen sich Berliner Hundehalter in Zukunft auf offener Straße beleidigen lassen, wenn sie einfach nur mit ihrem Hund des Weges gehen? Müssen sie sich von all den Schadenfrohen verhöhnen lassen, weil sie jetzt das Ufer nicht mehr betreten dürfen? Da wird einer alten Dame erklärt, man solle ihren Hund am besten erschießen. Da werden Studentinnen aufs übelste beschimpft, sie sollten ihren dreckigen Köter wegschaffen. Da wird eine junge Mutter, die sich in Begleitung ihres Hundes einen Kaffee holen will, von einem Sportler dermaßen angegangen, dass sich beinahe ein Handgemenge entwickelt.

Frau Markl-Vieto, ist es das, was Sie unter einer „friedlichen Lösung“ verstehen? Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.

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Kommentar von Grimming | 2017-04-27

Ich stimme dem Brief vollinhaltlich zu. Mit so einer bevormundenden Politik vertreibt man Wähler.

Kommentar von Rainer Piontek | 2015-11-09

Diesem Brief kann ich zu 100% zustimmen. Habe früher selbst jahrelang "GRÜN" gewählt und war auch Mitglied. Ich lasse mir von diesen Leuten nichts mehr vorschreiben.

Kommentar von Hedda Hoffmeister | 2015-08-18

Liebe Hundefreunde, Demokraten, Bürger,

bitte googeln Sie:

Markl-Vieto Hecken- Massaker

Interview mit einem Labrador

Kommentar von Thorsten | 2015-08-17

Na dann Frank - tu wat und helfe mit, diesen Politspinnern die Grenzen aufzuzeigen !!! http://www.berliner-schnauze.com/index.php/termindetails/offenes-treffen-der-bi-berliner-schnauze-fuer-alle-hundefreunde-kopie-10.html

Kommentar von Frank Triltsch | 2015-08-17

Als Volksvertreterin aufzutreten und gleichzeitig persönliche Interessen und die einer kleinen Gruppe in den Vordergrund zu stellen ist aus meiner Sicht das Gegenteil einer demokratischen Entscheidungsfindung. Das einzige was bleibt ist die "Grünen" zumindestens in Zehlendorf aus der Gruppe demokratischer Parteien zu streichen.
Vielen Dank auch für den teilweise offensichtlichen Hass den sie geschürt haben.
Mit freundlichen Grüßen
Frank Triltsch

Kommentar von H.-Michael Saar | 2015-05-20

Zitat von Franz Müntefering:
"Politik machen heißt ständig für Kompromisse bereit sein".
Demnach ist Frau Markl-Vieto für jedes politische Amt untauglich.